Liebe Eltern,
wir freuen uns, dass Sie Ihr Kind nun bald
in unseren Waldkindergarten bringen werden.
Damit beginnt für Sie und für Ihr Kind
ein neuer Lebensabschnitt.
Für die kommende Zeit wünschen wir Ihnen Freude,
Geduld und viele gute Erfahrungen.
Wir möchten Sie auf diesem Stück Lebens-Weg
gerne begleiten und unterstützen.
In unserem „Waldkindergarten-ABC“ finden Sie die wichtigsten Informationen und Mitteilungen über die Kindergartenzeit und die Grundlagen unseres Lebens und Arbeitens mit den Kindern. Ansonsten sind wir gerne und jederzeit für Ihre Fragen und Anregungen offen.
Aufsichtspflicht, bringen und abholen
Die Aufsichtspflicht für den Hin- und Rückweg bis zum CVJM-Haus oder einem ausgemachten Treffpunkt haben Sie als Eltern. Wenn Ihr Kind von verwandten oder bekannten Personen abgeholt werden soll, brauchen wir dafür Ihre schriftliche Einverständniserklärung. Ebenso, wenn Ihr Kind allein nach Hause gehen soll (siehe Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“, Seite 35.)
Aufsichtspflicht übertragen
Während der Öffnungszeit des Kindergartens übertragen Sie die Aufsichtspflicht auf das Team der Einrichtung. Bei Veranstaltungen mit Eltern liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Weiteres dazu finden Sie im Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“ S.43.
Besuche machen
Ältere Geschwisterkinder, ehemalige Kindergartenkinder, Eltern oder Großeltern können gerne einen Besuch bei uns im Waldkindergarten machen. Das müssen wir natürlich gemeinsam absprechen und planen. Grundsätzlich gilt: Gäste sind uns immer willkommen.
Christliche Erziehung
Eine christliche geprägte Erziehung ist uns wichtig. Wir erleben mit den Kindern den Jahreskreislauf von den kirchlichen Festzeiten her: Adventszeit, Weihnachten, Ostern, Pfingsten und Erntedank gehören zu unserem Alltag. Natürlich beziehen wir Frühling, Sommer, Herbst und Winter genauso mit ein (beides ist ja an sich schon aufeinander bezogen!). Geschichten der Bibel, Singen und Beten haben einen besonderen Stellenwert im Kindergarten.
Wir werden andere Religionen, ihre Glaubensauffassungen, ihre Traditionen und Gebräuche kennen und verstehen lernen und ihnen mit Achtung, Respekt und in großer Toleranz begegnen.
Eltern- und Erziehungspartnerschaft
Sie als Eltern sind uns wichtig. Wir bitten um ein offenes und ehrliches Miteinander. Dazu gehören für uns Gespräche im Kindergartenalltag, Elternabende, gemeinsame Feste mit den Familien, gemeinsame Bastel- und Kreativangebote und Ähnliches. Bei Sorgen, Fragen und Problemen, die Ihr Kind betreffen, können Sie jederzeit gerne ein persönliches Gespräch mit uns vereinbaren. Sie als Eltern wählen für jedes neue Kindergartenjahr zwei Vertreter aus ihrer Mitte zum Elternbeirat. Er soll das Bindeglied zwischen Eltern, Träger und Kindergarten sein (vgl. Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“, S. 14ff).
Elternkontakte
Die Kontakte unter den Eltern sind uns wichtig und wir wünschen uns, dass Sie sich auch als Eltern kennen lernen. Dazu gibt es sicher mancherlei Möglichkeiten wie Elternkaffee oder -stammtisch. Wir haben eine Pinnwand am CVJM-Haus eingerichtet, an der Sie z.B. den Wochenplan finden. Hier ist auch Platz, um sich über private Gebrauchsgegenstände auszutauschen.
Entwicklungsgespräche
Ein Herzstück unserer pädagogischen Aufgaben ist das Beobachten, Dokumentieren und Begleiten der Entwicklung Ihres Kindes. Im „Portfolio“-Ordner dokumentieren wir mit Text und Bild die wichtigsten Entwicklungsschritte Ihres Kindes individuell und persönlich. Alle Inhalte samt dem Ordner stehen nur den jeweiligen Eltern zur Verfügung und natürlich den Kindern. Mindestens einmal jährlich möchten wir mit Ihnen als Familie ein Entwicklungsgespräch führen, in dem wir uns gemeinsam über den „Stand“ ihres Kindes austauschen und überlegen, was für Ihr Kind zukünftig wichtig ist. Gerne kommen wir dafür an einem Abend zu Ihnen nach Hause, damit Sie als Familie (und daheim) mit uns ins Gespräch kommen können. Wir bieten Ihnen auch eine Gesprächszeit ab ca. 12 Uhr beim CVJM-Haus an.
Freies Spiel
Damit bezeichnen wir die wichtigste Zeit am Vormittag. Sie dauert in der Regel von 9 bis 12.15 Uhr. Nach dem Morgenkreis sind wir mit den Kindern unterwegs. Jetzt wählen die Kinder selbst, wo, was und mit wem sie spielen wollen. Damit die Kinder einen Ansprechpartner finden, sind wir ErzieherInnen immer in der Nähe, so dass die Kinder jederzeit auf uns zugehen können. Wir bieten in dieser Zeit bewusst kein fertiges Programm an, damit die Kinder viel Zeit haben, sich selbstständig und selbsttätig zu beschäftigen. Dabei schätzen wir die Hingabe und die Selbstvergessenheit, mit der die Kinder in ihren Spielen „versinken“, als äußerst wertvoll für den Entwicklungsprozess ein. Außerdem brauchen Kinder im Wald keine ständige Anleitung oder Vorgaben von uns. Sie entdecken ihren Wald selbst und für sich am besten. In dieser Phase haben wir besonders die Gelegenheit, um Kinder zu beobachten und einzelne Entwicklungsschritte zu dokumentieren.
Geburtstag
Wir wollen diesen besonderen Tag Ihres Kindes auch im Kinderwald feiern. Für das Feiern können Sie einen Kuchen oder Ähnliches für alle Kinder mitbringen (mehr bitte nicht). Fällt der Geburtstag auf das Wochenende oder in die Ferien, feiern wir gerne nach. Bitte sprechen Sie den Termin immer mit uns ab.
Gepäck
Jedes Kind braucht einen eigenen Rucksack. Wir zeigen Ihnen gerne unser „Lieblingsmodell“, wobei Sie selbst entscheiden, was Sie kaufen können und wollen. Wichtig ist: es muss Platz sein für Ersatzunterwäsche und Strümpfe, eine Vesperbox und eine von Ihrem Kind einfach verschließbare Trinkflasche. Ein Sitzkissen und ein Regenumhang brauchen auch noch Platz. Ein zusätzliches Band über dem Rucksackdeckel ist sinnvoll, denn damit kann bei Bedarf die ausgezogene Jacke o.ä. auf dem Rucksack transportiert werden. Wir vom Team haben in unserem Gepäck immer dabei: 2 Handys, Telefonliste der Eltern und Notfallnummern, Toilettenpapier, feuchte Tücher, Spaten (fürs große Geschäft), Erste-Hilfe-Ausrüstung, Ersatzkleidung in verschiedenen Größen, kindgerechte Werkzeuge je nach Bedarf wie Messer, Scheren, Sägen, Lupen, Bestimmungsbücher.
Gummistiefel /„Matschhosen“
Für Unterwegs und den Aufenthalt im Wald können Sie z.B. Ersatz-Gummistiefel im Bauwagen lassen. Bitte beschriften Sie alle Kleidungsstücke deutlich lesbar mit dem Namen Ihres Kindes. Weiteres zum Thema Kleidung finden Sie unter Kleidung.
Hausschuhe
Für die Hausschuhe Ihres Kindes brauchen Sie eine Stofftasche, die wir mit dem Symbol des jeweiligen Platzes / Kindes versehen, damit die Kinder ihr Täschle selbst erkennen können. Wir wollen die Hausschuhe, mit dem Namen Ihres Kindes gekennzeichnet, immer in diesem Täschchen aufgeräumt haben.
Informationen und Termine
Wir möchten Sie immer zeitnah auf dem Laufenden halten. Deshalb bieten wir Ihnen an, alle Informationen, Termine und sonstige Planungen per E-Mail an Sie nach hause zu senden. Natürlich geben wir alle Infos auch als Kopie an die Kinder weiter, falls jemand keinen Internetanschluss hat. Und an der Pinnwand am CVJM-Haus, bzw. Bauwagen sind ebenfalls alle Mitteilung ausgehängt. Wenn jemand einmal nicht in den Kindergarten kommen kann, erhalten Sie trotzdem alle Infos von uns.
Kochen
Wir möchten mit den Kindern immer wieder ein gemeinsames Essen zubereiten. Das soll zu unserem jeweiligen Thema oder auch zur Jahreszeit passen. Wichtig ist uns dabei, dass die Kinder den ganzen Ablauf der Zubereitung miterleben (bis hin zum Spülen und Aufräumen). In einer kleinen Gruppe von 4 bis 6 Kindern wird gekocht, gebacken oder hergerichtet und dann gemeinsam in der Gruppe gegessen. Wir wollen auch auf gesundes Essen achten. Unter anderem deshalb sind wir immer freitags mit allen Kindern auf dem Markt in Freudenstadt zum Einkaufen. Für die Rückfahrt mit dem Bus und die Lebensmittel erbitten wir einen Unkostenbeitrag von 5 € im Monat. Dieser Betrag wird in der Einrichtung bar bezahlt. Zu Trinken gibt es bei uns jederzeit etwas, auch wenn die Trinkflasche der Kinder einmal leer sein sollte.
Kleidung
Wir bitten um Rücksprache mit uns, wenn Sie sich unsicher sind, welche Kleidung für Ihr Kind wann am besten ist. Gerne beraten wir Sie. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass jedes Kind mit seinem natürlichen „Instinkt“ weiß und spürt, ob es ihm zu warm oder zu kalt ist. In den warmen Jahreszeiten lassen wir den Kindern selbstverständlich die Entscheidung, was sie anziehen wollen, da muss auch barfuß gehen möglich sein. Im Winter achten wir darauf, dass die Kinder möglichst wenig Nässe abbekommen; dabei haben sich die „Matschhose“ und eine wasserdichte Jacke bewährt. Damit der Hautschweiß vom Körper wegtransportiert wird, empfehlen wir als erstes Kleidungsstück atmungsaktive Unterwäsche, dann gilt immer das Zwiebelschalenprinzip: viele dünne Kleidungsstücke (-schichten) übereinander tragen, die bei Bedarf aus- und wieder angezogen werden können.
Konzeption
Die Konzeption des Waldkindergartens EIGEN-SINN ist gegen ein Schutzgebühr von 2,50 € zu erhalten oder im Internet auf der Homepage (www.waldkindergarten-freudenstadt.de) des Waldkindergartens zu lesen.
Krankheiten
Bitte melden Sie uns rechtzeitig, spätestens am Morgen bis 8 Uhr, wenn Ihr Kind krank ist und deshalb nicht in den Kindergarten kommen kann. Benachrichtigen Sie uns bitte gleich, wenn es sich um eine ansteckende Infektionskrankheit wie Masern, Windpocken, Scharlach, ... handelt (siehe im Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“ S. 57 ff.). Handelt es sich um eine solche Krankheit, hängen wir an der Pinnwand eine Mitteilung für alle Eltern aus. Nach überstandener Krankheit benötigen wir eine Unbedenklichkeitsbescheinigung des Arztes, damit Ihr Kind wieder zu uns kommen kann. Dies gilt auch bei Befall von Kopfläusen.
Sie erreichen uns während der Betreuungszeit im Wald von 7.30 bis 9 Uhr und von 12 bis 13.30 Uhr unter: 0152-29 24 98 06, (weiteres siehe unter Telefon).
Morgenkreis
Der Morgenkreis beginnt pünktlich um 8.30 Uhr (ohne Eltern). Hier eröffnen wir den gemeinsamen Tag und damit die wichtigste Zeit des „Freien Spielens“. Wir singen und besprechen gemeinsam, was jeden von uns bewegt, was es an Wünschen und Ideen gibt, um uns dann miteinander auf den Weg zu machen. Nach dem Freispiel läuten wir mit unserer Glocke die Kinder zusammen. Am Ende des gemeinsamen Morgens steht der Abschlusskreis um 12.30 Uhr. Hier klingt der gemeinsame Vormittag bei einer frei erfundenen Geschichte aus, in der wir Erlebnisse aus dem Vormittag Revue passieren lassen oder ein Märchen erzählen. Mit unserem Abschiedslied „Alle Leut, alle Leut gehen jetzt nach Haus“ beenden wir den Schlusskreis um 12.45 Uhr. Danach beginnt die Abholzeit.
Namen
Die Namen der Kinder hätten wir gerne in allen Kleidungsstücken, weil es dann ganz einfach ist, z.B. die Hose von Tim oder die Handschuhe von Isabella ausfindig zu machen. Was den Datenschutz angeht, verweisen wir hier auf das Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“, wo alle rechtlichen Fragen geklärt und von den Eltern ausgefüllt und unterzeichnet werden.
Öffnungszeiten
Wir bitten freundlich, auch mit Rücksichtnahme auf uns als Personal, dass Sie sich an diese Zeiten halten, vor allem beim Abholen am Ende der Öffnungszeit. Für Ausnahmen finden wir sicher eine Lösung. Wir haben zu folgenden Zeiten geöffnet: Montag bis Freitag 7.30 bis 13.30 Uhr. Wir bitten, dass Sie Ihr Kind morgens bis spätestens 8.30 Uhr zum CVJM-Haus / Bauwagen bringen, damit wir gemeinsam mit dem Morgenkreis beginnen können. Das Abholen wollen wir flexibel gestalten, damit Sie als Eltern die beste Praxis für sich wählen können: von 12.45 bis 13.30 Uhr können Sie Ihr Kind beim CVJM-Freizeitheim / Bauwagen abholen.
Regeln
Die folgenden Regeln besprechen wir anhand von Bildern jeden Morgen mit den Kindern:
• Wir sind im Wald leise, damit wir die Stille und die Schönheit des Waldes erleben können und keine Tiere erschrecken oder verjagen.
• Die Kinder dürfen sich so weit von uns entfernen, dass sie uns und wir sie hören und sehen können. Wenn uns ein Kind nicht mehr sehen kann, soll es stehen bleiben und nach uns rufen, bis jemand kommt.
• Wir wollen niemandem weh tun, deshalb ist schlagen, schubsen, kratzen usw. verboten
• Wir achten beim Spielen mit Naturmaterialien auf einander, deshalb benutzen wir z.B. Stöcke nur so, dass sie nicht in Gesichtshöhe gehalten werden, oder wenn sie einmal im Feuer waren, auch dort bleiben. Rennen mit Stöcken ist zu gefährlich.
• Taschenmesser dürfen Kinder an den Werkzeugtagen (siehe dort) benutzen, wenn sie den Messerführer-Schein mit uns gemacht haben. Wir entscheiden in Absprache mit den Eltern, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Alle Kinder bekommen von uns in der Zeit vor dem Messerführer-Schein ein Holzmesser zum Üben geschenkt.
• Wenn wir überhaupt Abfall produzieren, nehmen wir ihn wieder mit nach hause, denn weggeworfen ist er eine Gefahr für die Tiere und eine Belastung für die Natur.
• Bäume, Pflanzen und alles was wächst beschädigen und zerstören wir nicht, weil wir alles was lebt schätzen und schützen. Ein kleiner Blumenstrauß, aus nicht unter Naturschutz stehenden Pflanzen, kann gerne gepflückt werden.
• Wir pflücken Beeren nur, wenn wir sie kochen. Essen oder probieren ist verboten, weil es giftige Beeren gibt oder vom Fuchsbandwurm befallene.
• Wir schützen und achten alle Lebewesen; deswegen töten wir keine Tiere absichtlich.
Schutz
Um die Kinder vor den wenigen Gefahren des Waldes zu schützen, achten wir auf Folgendes: Wir essen keine Beeren und Früchte des Waldes roh, um die Gefahr einer Ansteckung durch den Fuchsbandwurm zu vermeiden. Zum Schutz vor Zecken lesen Sie bitte unter Zecken Weiteres.
Wenn die Witterungsverhältnisse es nicht zulassen, z.B. bei Gewitter, Sturm oder starkem Wind, bei schwerem, nassem Schnee auf den Bäumen, oder bei starkem Reif- oder Eisbefall, werden wir nicht in den Wald, sondern in unsere Notunterkunft gehen. Sonnenschutzcreme und Kopfbedeckung im Sommer sind Elternsache.
Tagesablauf
Die Betreuungszeit für Ihr Kind beträgt 6 Stunden am Tag. Sie beginnt um 7.30 Uhr und endet um 13.30 Uhr jeweils beim CVJM-Haus / Bauwagen. Zwischen 7.30 und 8.30 Uhr können sich die Kinder auf dem Gelände des CVJM frei beschäftigen. Wir bieten verschiedene Angebote oder Beschäftigungsmöglichkeiten an wie malen, schneiden, basteln, Bilderbücher anschauen usw. Der Morgenkreis beginnt um 8.30 Uhr und ist unser gemeinsamer Startpunkt. Danach sind wir bis ca. 12.30 Uhr im Wald unterwegs, diese Zeit nennen wir Freies Spielen (siehe dort). Von 12.30 Uhr bis 12.45 Uhr ist unser Abschlusskreis (siehe Morgenkreis und Abschlusskreis). und danach können die Kinder bis 13.30 Uhr abgeholt werden. In dieser Zeit gibt es nochmals reichlich Gelegenheit für allerlei gestalterisches und experimentelles „Schaffen“. (siehe Morgenkreis und Schlusskreis).
Telefon
Telefonisch erreichen Sie uns immer während der Betreuungszeit von 7.30 bis 9 Uhr und von 12 bis 13.30 Uhr unter der Nummer: 0152-29 24 98 06 und während den Bürozeiten in der Kinderwerkstatt EIGEN-SINN unter 0 74 41-95 06 54 Unsere E-Mail-Adresse lautet: waki@kiwe-eigensinn.de
Unfallversicherung
Während des Besuches im Waldkindergarten, bei Ausflügen oder Fahrten mit dem Bus, sowie auf dem Hin-und Rückweg ist Ihr Kind versichert. Näheres hierzu finden Sie im Heft „Tageseinrichtungen für Kinder“, Seite 8.
Unterwegs
Nach dem Morgenkreis sind wir gemeinsam in der Zeit von 9 bis ca. 12.30 Uhr zum so genannten Freien Spielen unterwegs. Wir erkunden auf verschiedenen Wegen den Wald und halten uns an unterschiedlichen Plätzen auf. Je nach Jahreszeit und Witterung können unsere Wege länger oder kürzer sein. Wir besprechen gemeinsam, was am jeweiligen Tag wohl am schönsten, am spannendsten und sinnvoll für uns alle sein könnte. Dabei nehmen wir auf alle Kinder Rücksicht und gehen nur so weit, wie es auch die „Schwächsten“ schaffen. Das Wichtigste ist immer, die Natur gemeinsam zu entdecken und zu erleben und dann jedem Einzelnen die Freiheit zu lassen, das zu entdecken, was im Moment für ihn (spielend) dran ist.
Vesper
Je nach Essgewohnheit Ihres Kindes geben Sie bitte eine gesunde Kleinigkeit für das gemeinsame Vespern mit. Denken Sie daran: möglichst frisch, fett- und zuckerarm und nicht zu viel. Das ist für alle Kinder gesund. In der Sommerzeit bitte nichts, was Wespen mögen (also Wurst, Marmelade, Fruchtsäfte und süßes Obst). Bitte vermeiden Sie unnötigen Verpackungsmüll wie Alufolie und Plastiktüten. Jedes Kind braucht sein Getränk in seiner Trinkflasche; Ihr Kind soll diese Flasche selbstständig öffnen und schließen können. Wir haben immer noch zusätzliche Getränke dabei, falls die Kindertrinkflaschen einmal leer sein sollten. Übrigens „waschen“ wir unsere Hände vor dem Vespern natürlich mit Lavaerde. Diese macht mindestens so sauber wie jede andere Seife, hinterlässt in der Natur nur natürliche Rückstände und ist vom Gemeindeunfallversicherungsverband (GUV) anerkannt.
Vorschule
Wir möchten die unterschiedlichen Fertigkeiten und Fähigkeiten fördern und die Kinder auf die Schule vorbereiten, damit ihnen der Übergang in die Schule leicht fällt. Wir arbeiten dabei in Kleingruppen. Vier bis fünf Schulbesuche bei verschiedenen Lehrern gehören zu unseren Angeboten für die Vorschüler. Wir möchten weitere Begegnungen mit dem Gebäude und den Schülern ermöglichen.
Wald
Wir haben vom Forstamt und der Stadt Freudenstadt das Waldgebiet „Distrikt Hüttenteich“ offiziell zur Verfügung gestellt bekommen. Dort halten wir uns in der Hauptbetreuungszeit täglich von etwa 9 bis ca. 12 Uhr an verschiedenen Plätzen auf. Wichtig ist uns, dass die Kinder die Vielfalt des Waldes und der Natur erleben, entdecken und erfahren können. Zu jeder Jahreszeit sind Pflanzen, Bäume, der Boden, das Licht, die Luft und die Tiere anders zu beobachten und zu erleben. Dies ermöglicht den Kindern unterschiedlichste Sinneserfahrungen, wie Ruhe erleben, Farben und Stimmungen wahrnehmen, die einmalig, von tiefem Wert und von grundlegender Bedeutung für die seelische und körperliche Entwicklung eines jeden Kindes sind.
Der Grundgedanke unseres Waldkindergartens ist, den Entwicklungen in unserer gegenwärtigen Zeit entgegen zuwirken, den Kindern einen (Natur-) Raum zu geben, in dem sie ganzheitliche Erfahrungen machen und einen selbstverständlichen Bezug zur Natur aufbauen können. Ein kontinuierlicher Kontakt zur Natur sensibilisiert das Kind und fördert einen behutsamen Umgang mit jeder Art von Leben. Die Kinder lernen, sich als ein Teil des Ganzen zu sehen und die Zusammenhänge der Natur zu begreifen. Damit stärken wir das Selbstvertrauen der Kinder und fördern ihre soziale Kompetenz. Auch das Prinzip der Nachhaltigkeit wollen wir mit den Kindern kennen lernen und einüben.
Sie als Eltern möchten wir gerne ermuntern und ermutigen, zusammen mit Ihren Kindern so viel wie möglich draußen in der Natur unterwegs zu sein. Sie werden staunen, was Ihnen die Kinder vermitteln können.
Wochenplan
Besonderheiten im Wochenrhythmus
• unser Ausflugstag
Wir wollen in der Regel dienstags unseren Ausflugstag durchführen. Dabei gelangen wir mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht nur zu Orten in der Natur, sondern beispielsweise in die Stadt, zur Bibliothek, in Museen und Kirchen, zu Theatervorstellungen, zu Besichtigungen von verschiedenen Arbeitsstätten oder zu Spielplätzen.
• unser Markttag
Freitags ist unser Markttag und wir treffen uns mit den Kindern zwischen 7.30 und 8.30 Uhr am unteren Marktplatz bei den Fontainen. Gemeinsam besuchen wir den Markt und kaufen dort regionale Produkte für unser Vesper ein. Danach gehen wir zu unserem Bauwagen auf dem CVJM-Gelände, um dort das Vesper in einer wöchentlich wechselnden Kleingruppe zuzubereiten und in gemütlicher Runde dann gemeinsam zu verspeisen. Anschließend sind wir natürlich noch im Wald unterwegs.
• unsere Werkzeugtage
Freitags und montags können die Kinder mit unseren Werkzeugen arbeiten. Wir haben kindgerechte und altersentsprechende Hämmer, Sägen, Feilen, Raspeln und Zangen mit denen die Kinder ihr jeweiliges handwerkliches Geschick lernen, ausprobieren und einüben können. Selbstverständlich stehen in dieser Zeit immer auch Papier, Stifte und Wachsfarben zur Verfügung. Kinder, die einen „Messerführer-Schein“ haben, können in Begleitung eines Erwachsenen auch mit ihrem Taschenmesser arbeiten. (siehe auch unter Regeln)
Zahnarzt
Einmal jährlich kommt eine/ein Zahnärztin/Zahnarzt in den Kindergarten. Sie können Ihr Kind dann im Kindergarten untersuchen lassen. Dazu erhalten Sie von uns ein Informationsblatt mit einer Einwilligungserklärung. Eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes gestaltet pro Jahr eine Stunde mit den Kindern zum Thema Zähneputzen und gesunde Ernährung. Wir wollen beim Essen im Waldkindergarten auch auf gesunde Lebensmittel achten.
Zecken
Zecken leben in Bodennähe. Sie leben auf Gräsern, Büschen und Sträuchern bis 1,5 m Höhe und werden beim vorbeistreifen von Menschen und Tieren aufgenommen. Fälschlicherweise sagt man Zecken würden sich von Bäumen herunter fallen lassen. Der Landkreis Freudenstadt gehört zum Risikogebiet der Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME). Gegen diese Virusinfektion kann man sich nur durch eine Impfung schützen. Der Impfstoff ist absolut unbedenklich und z.B. von „Ökotest“ als sehr gut bewertet worden. Bitte sprechen Sie mit ihrem Kinderarzt über eine Impfung. Einen Impfschutz gegen Borreliose gibt es nicht. Ein schnelles Entfernen der Zecke hilft, die Übertragung der Bakterien zu verhindern. Tritt dennoch eine Erkrankung auf, ist sie mit Antibiotika behandelbar. Wir empfehlen die Impfung gegen FSME.
Außerdem bitten wir Sie als Eltern, Ihr Kind nach dem Besuch im Wald zuhause kurz auf einen eventuellen Zeckenbefall zu untersuchen. Für den Fall, dass wir bei Ihrem Kind eine Zecke möglichst sofort entfernen können und dürfen, bitten wir Sie um Ihre schriftliche Einverständniserklärung. Den Vordruck dafür erhalten Sie bei der Anmeldung.
Schlussbemerkung
Da wir als Kindergartenteam ständig mit Ihren Kindern „unterwegs“ sein wollen, wird es immer wieder einzelne Veränderungen in der Gestaltung unseres Alltags mit Ihren Kindern geben. Nach Absprache mit dem Träger (Kinder- und Jugendwerkstatt EIGEN-SINN) und mit dem Elternbeirat werden wir Sie immer informieren und mit einbeziehen. Wir möchten gerne mit Ihnen zusammen zum Wohl Ihres Kindes im Waldkindergarten leben und arbeiten.
Vielen Dank für Ihr Vertrauen!
Wir wünschen Ihnen und Ihrem Kind einen guten Anfang in unserem Kindergarten und Gottes reichen Segen für die kommende Zeit!
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Freudenstädter Waldkindergartenteam
Tamara Bossert und Helmut Siegl
Ergänzte Auflage des „Waldkindergarten-ABC“ für den Waldkindergarten EIGEN-SINN unter der Trägerschaft der Kinder- und Jugendwerkstatt EIGEN-SINN in Freudenstadt erstellt im September 2011